Arbeitsgesundheitsmonitor - Die Berufe mit den geringsten und höchsten Belastungen

Die aktuelle Auswertung des Österreichischen Arbeitsgesundheitsmonitors (AKOÖ/IFES) wirft einen Blick auf die Berufe mit den höchsten und mit den geringsten Risiken für die Gesundheit. Die Zuordnung zu der jeweiligen Gruppe erfolgte auf Grundlage der Häufigkeit des Auftretens von insgesamt 18 körperlichen und/oder psychischen Befindensbeeinträchtigungen in Kombination mit deren subjektiver Rückführung auf die Arbeit. Berücksichtigung fanden nur Berufe mit einer größeren Verbreitung.
Demnach zählen Leitungsberufe (Geschäftsführer/-innen), klassische Büroberufe, aber auch Fachverkäufer/-innen sowie Kindergartenpädagog/-innen zu jenen, in denen vergleichsweise am seltensten gesundheitliche Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit der Arbeit auftreten. Am anderen Ende der Skala rangieren Gastronomieberufe, Fabriks- und Bauarbeiter/-innen, Berufskraftfahrer/-innen sowie medizinische und Pflegeberufe.
Muskelverspannungen und Kreuzschmerzen zählen zu den Beschwerdebildern, von denen so gut wie alle Beschäftigtengruppen mehr oder weniger betroffen sind, je nach beruflichen Rahmenbedingungen kommen noch spezifische Beeinträchtigungen dazu, etwa Schmerzen in den Beinen bei den Beschäftigten in der Gastronomie. Auffällig sind auch die hohen Anteile von ursächlich psychischen Befindensbeeinträchtigungen wie Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen oder Verdauungs- und Magenbeschwerden, von denen selbst aus der Gruppe der überdurchschnittlich Gesunden rund die Hälfte zumindest selten betroffen sind. Die Geschäftsführer/-innen liegen diesbezüglich mit einem Anteil von rund zwei Drittel mit den Köch/-innen und Kellner/-innen gleichauf. Unter den Fabriksarbeiter/-innen und Berufskraftfahrer/innen liegen die entsprechenden Anteile jeweils bei rund drei Viertel.
Es überrascht nicht, dass Berufstätige in der Gruppe der stark Belasteten - mit Ausnahme der Ärzte/innen und Pfleger/-innen - sich zu überwiegenden Anteilen (zwischen 66 und 79 Prozent) auf keine gesundheitsfördernden Maßnahmen im Betrieb stützen können.

Datengrundlage ist der Österreichische Arbeitsgesundheitsmonitor der Arbeiterkammer OÖ im Zeitraum 2008-2014.

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