Gesundheitsberufe belasten Gesundheit

Die aktuellen Zahlen des Österreichischen Arbeitsgesundheitsmonitors der Arbeiterkammer Oberösterreich wurden am 13.12.2011 vom Präsidenten der AK OÖ, Dr. Johann Kalliauer und von Dr. Reinhard Raml von IFES, präsentiert.

Ausgerechnet jene Berufsgruppe, die sich tagtäglich und professionell um die Gesundheitsversorgung anderer kümmert, ist selbst gesundheitlich gefährdet. Beschäftigte in den Gesundheits- und Pflegeberufen haben häufiger körperliche Beschwerden als andere Arbeitnehmer/-innen. Besonders negativ betroffen sind innerhalb dieser Gruppe die Pflegeberufe und hier wiederum insbesondere der Bereich der Alten- und Behindertenpflege.

Die am häufigsten genannten körperlichen Beschwerden in den Gesundheitsberufen sind Muskelverspannungen, Kreuzschmerzen, Kopfschmerzen, Erschöpfung (Pflegeberufe), Schlafstörungen (Pflegeberufe) Schmerzen in den Beinen (Pflegeberufe), Nervosität, Unruhe (Pflegeberufe) und Verdauungsbeschwerden.

Neben körperlichen Belastungen treten auch psychische Beeinträchtigungen in den Pflegeberufen häufiger auf als in anderen Berufsgruppen. Während die Gesamtheit der unselbständig Beschäftigten bzw. der Gesundheitsberufe zu 33 Prozent keine psychischen Beschwerden hat, ist dies nur bei 24 bzw. 27 Prozent der Pfleger/-innen der Fall. Hingegen sind Ärzte/-innen deutlich weniger belastet. Die stärksten Belastungen im Gesundheits- und Pflegebereich sind die dauernd hohe Verantwortung, die hohe Konzentration, der häufige Patientenkontakt, der Umgang mit Leiden und Kranken, die schwere körperliche Anstrengung, einseitige, sich häufig wiederholende und anstrengende Tätigkeiten sowie häufiges Stehen.

Zeitdruck und hohe Arbeitsverdichtung sind weitere belastende Faktoren. Besonders gravierend wirkt sich bei Pfleger/-innen und Ärzten/-innen der Zeitdruck auf das körperliche Befinden aus, im Pflegebereich kommen auch noch Belastungen durch Vorgesetzte und die starre Hierarchie hinzu. Dienstgeber/-innen in den Gesundheitsberufen (vor allem öffentliche) machen ihren Mitarbeiter/-innen ungleich mehr Angebote zur Gesundheitsförderung als die Gesamtheit der Betriebe.

Dennoch klagen die Beschäftigten im Gesundheitssektor mehr über körperliche und psychische Beschwerden als Arbeitnehmer/-innen in anderen Bereichen.

Rückfragen

Dr. Reinhard Raml steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:

Tel: +43 1 546 70 321 oder reinhard.raml@ifes.at