Manager sind zufriedener!

Das Bild von den überlasteten Managern, die ständig an der Grenze zum Burnout balancieren und mit ihrer Gesundheit Raubbau treiben, lässt sich anhand der aktuellen Auswertung des Arbeitsklimaindex sowie des von IFES für die AKOÖ erhobenen Gesundheitsmonitorings der österreichischen ArbeitnehmerInnen nicht bestätigen. Beschäftigte in Leitungspositionen fühlen sich wohl besonders durch einen hohen Zeitdruck und durch überlange Arbeitszeiten belastet - ihre durchschnittliche Wochenarbeitszeit liegt mit 45 Stunden mehr als sechs Stunden über jener der Beschäftigten generell. Sie äußern auch überdurchschnittlich oft Belastungen durch häufige Bildschirmarbeit, dauernde Konzentration und hohe Verantwortung für Güter oder Menschen. Eine Begleiterscheinung der Leitungsfunktion ist nicht selten auch das Nicht-abschalten-Können, dass also Probleme der Arbeit in die Freizeit und sogar in den Urlaub mitgenommen werden.

In der Summe – so der vielleicht überraschende Befund –geht es den „gestressten“ Managern trotz der vielfach ungünstigen Rahmenbedingungen gesundheitlich in so gut wie allen Belangen besser als dem Durchschnitt der österreichischen Beschäftigten. An Erschöpfung, Müdigkeit und Niedergeschlagenheit – also klassischen Burnout-Symptomen – leiden „häufig“ oder „sehr häufig“ 11 Prozent der qualifizierten Angestellten, 12 Prozent der Hilfsarbeiter, aber nur 8 Prozent der leitenden Angestellten . Über dem Schnitt – allerdings auf einem sehr niedrigen Niveau – liegen bei den leitenden Angestellten Augenbeschwerden und Sehbeeinträchtigungen, wohl eine direkte Folge der übermäßigen Bildschirmarbeit. Was die subjektive gesundheitliche Verfassung, die körperliche Leistungsfähigkeit und das persönliche Wohlbefinden betrifft, unterscheiden sich Manager nicht von qualifizierten Angestellten und liegen deutlich besser als Beschäftigte mit Arbeitertätigkeiten.

Die spezifischen Erschwernisse, denen Manager zweifellos unterworfen sind, werden zudem durch ein hohes Maß an Befriedigung in der Arbeit mehr als ausgeglichen: Die Zufriedenheit der leitenden Angestellten etwa mit dem Handlungsspielraum in der Arbeit oder mit dem Einkommen liegt deutlich über der von Beschäftigten ohne Leitungsfunktion. Die Arbeitszufriedenheit der Führungskräfte liegt mit 112 Indexpunkten 5 Punkte über der von untergeordneten Beschäftigten.

Diese und weitere Ergebnisse der neuen Auswertungen des Österreichischen Arbeitsklimaindex wurden am 10. August 2007 bei einer Pressekonferenz vom Präsidenten der oberösterreichischen Arbeiterkammer Dr. Hans Kalliauer gemeinsam mit Mag. Christoph Hofinger, SORA, und IFES-Projektleiter Georg Michenthaler der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Tel: ​+43 1/546 70 354 oder ​georg.michenthaler@ifes.at

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