25 Jahre Arbeitsklima Index: Wunsch nach weniger Arbeitszeit

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Studie zum Arbeitsklima Index hat der Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, Andreas Stangl, gemeinsam mit IFES-Geschäftsführer Reinhard Raml und Daniel Schönherr von SORA Bilanz gezogen. Dabei wurden auch Auswertungen zu Arbeitszeitwünschen der Beschäftigten präsentiert.

Seit über 25 Jahren spiegelt der Arbeitsklima Index die Perspektive der Beschäftigten auf Veränderungen in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft wider. Die Arbeitswelt ist im vergangenen Vierteljahrhundert digitaler, flexibler und diverser geworden, was in verschiedenen sozialen Lagen unterschiedliche Auswirkungen mit sich gebracht hat und bringt: Während gut ausgebildete Berufsgruppen solchen Entwicklungen vergleichsweise häufiger Optimismus entgegenbringen (können), ist der Druck auf untere Erwerbsklassen besonders stark gestiegen.

In der Pandemie ist der Arbeitsklima Index deutlich gesunken – neben schwindendem Optimismus ist auch die Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen erstmals seit über 20 Jahren signifikant rückläufig. Die Auswirkungen der Pandemie haben zu Veränderungen in den Bedürfnissen nach Flexibilität und zu einem stärkeren Wunsch nach Arbeitszeitreduktion geführt. In Summe ergibt sich ein Bild, dass Arbeitszeit und Arbeitsvolumen auch hinsichtlich der Bedürfnisse ungleich verteilt sind. Mehr als die Hälfte der Vollzeitkräfte will Stunden reduzieren, gleichzeitig wollen viele Teilzeitkräfte Stunden erhöhen. Die Belastungssituation scheint hierbei ein regelrechter Treiber für den Wunsch nach einer Stundenreduktion zu fungieren.

Auch ist der Wunsch nach weniger Arbeitszeit je nach Einkommenssituation unterschiedlich ausgeprägt: Wer meint, gut vom eignen Einkommen leben zu können, möchte eher weniger Stunden als vertraglich vereinbart arbeiten. Bei Personen, deren Einkommen nicht ausreicht, um die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, ist oftmals sogar das Gegenteil der Fall: Von dieser Gruppe wünschen sich drei von zehn Beschäftigten sogar mehr Stunden (und damit verbunden auch mehr Gehalt oder Lohn).

Rückfragen

Dr. Reinhard Raml steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:

Tel: +43 1 546 70 321 oder reinhard.raml@ifes.at