Arbeitsklima Index: Arbeiten trotz Krankheit nimmt zu

Der Anteil jener, die trotz Krankheit arbeiten (s.g. Präsentismus), hat im ersten Quartal 2021 einen Rekordwert von 53 Prozent erreicht. Über diese und andere Entwicklungen in der Arbeitswelt hat IFES-Geschäftsführer Dr. Reinhard Raml gemeinsam mit dem Präsidenten der AK Oberösterreich Dr. Johann Kalliauer und Mag. Daniel Schönherr von SORA in einer Pressekonferenz informiert.

Aktuelle Auswertungen der Studie zum Arbeitsklima Index zeigen eine besorgniserregende Entwicklung in der Arbeitswelt auf: Immer mehr unselbstständig Beschäftigte arbeiten trotz Krankheit bzw. gehen trotz Krankheit zur Arbeit. Damit hat sich ein Trend aus dem Vorjahr verstärkt: Denn bereits 2020 war in Zeiten steigender COVID-Inzidenz ein Anstieg des Präsentismus zu beobachten. IFES-Geschäftsführer Dr. Reinhard Raml führt dieses Phänomen auf unterschiedliche Ursachen zurück. Zum einen würden knappe Ressourcen insbesondere in der Pflege und im Gesundheitswesen Präsentismus forcieren.

Home-Office begünstigt Arbeiten trotz Krankheit

„Eine zweite Ursache ist im Zusammenhang mit dem Home-Office zu sehen. Aktuell arbeiten in etwa vier von zehn Berufstätigen ausschließlich oder teilweise im Home-Office. Unter ihnen liegt das Risiko, krank zu arbeiten, um zehn Prozent höher als bei jenen, die außerhalb der eigenen vier Wände arbeiten“, so Raml. Das Pflichtgefühl gegenüber KollegInnen sowie der Umstand, dass Arbeit sonst liegenbleiben würde stellen die dominierenden Motive dar.

Die Daten deuten darauf hin, dass der Druck in der Arbeitswelt gestiegen ist. Präsentismus bringt auch weitere Probleme mit sich, etwa ein höheres Risiko unter Kreuz- und Kopfschmerzen, unter Schlafstörungen oder etwa unter Erschöpfungs- und Angstzuständen zu leiden. „Arbeit und Arbeitsbelastung sind so ungleich verteilt wie noch nie in der fast 25-jährigen Geschichte des Arbeitsklima Index“, betont Raml.

Rückfragen

Dr. Reinhard Raml steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:

Tel: +43 1 546 70 321 oder reinhard.raml@ifes.at