Arbeitsklima Index: Jugend in der Krise?

Mit dem Einsetzen der Pandemie haben sich die Arbeitszufriedenheit und die psychische Belastungssituation junger Erwerbstätiger in besonderem Maße verschlechtert. Zu diesem Thema hat der Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, Andreas Stangl, gemeinsam mit IFES-Projektleiter Martin Oppenauer und Daniel Schönherr von SORA bei einer Pressekonferenz informiert.

Die krisenhaften Zeiten wirken sich auf junge Erwerbstätige besonders negativ aus. Das zeigen aktuelle Sonderauswertungen der Studie zum Arbeitsklima Index. Die Arbeitszufriedenheit junger Beschäftigter bis 25 Jahren liegt erstmals seit Beginn der Studie 1997 unter jenem des Gesamtdurschnitts. Die Pandemie in dieser Altersgruppe auch in Sachen Lebenszufriedenheit einen Knick verursacht: Gaben 2019 noch fast neun von zehn jungen Beschäftigten an, mit ihren Leben insgesamt sehr oder eher zufrieden zu sein, so lag dieser Wert zuletzt nur noch bei 73 Prozent. All das ist auch im Kontext eines Arbeitsmarktes zu betrachten, der jungen Menschen die Lebensplanung zusätzlich erschwert – etwa durch Tendenzen der Flexibilisierung und Prekarisierung.

In puncto psychischer Belastungen hat sich die Lage ebenfalls deutlich verschlechtert: Das betrifft sämtliche Altersgruppe, aber die unter 26-Jährigen in besonderer Weise. Drei von vier jungen Beschäftigten bis 25 Jahren sind zumindest mit zwei (von fünf erhobenen) psychischen Belastungen stark oder sehr stark konfrontiert. Dazu zählen Belastungen wie Nicht-Abschalten-Können nach der Arbeit, Gereiztheit, Depressivität, Resignation oder Gefühle der Entfremdung. Vor der Pandemie belief sich dieser Anteil auf 40 Prozent. Beinahe sieben von zehn der bis 25-Jährigen sehen sich seit der Pandemie von Gefühlen der Resignation und Anzeichen von Burnout stark oder sogar sehr stark belastet.

 

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