Arbeitsklima Index: Einkommen für Systemerhalterinnen oftmals zu niedrig

IFES-Projektleiterin Aleksandra Waldhauser hat gemeinsam mit Johann Kalliauer, Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, und Christoph Hofinger von SORA aktuelle Auswertungen aus der Studie zum Arbeitsklima Index (AKI) präsentiert. Der Fokus wurde diesmal auf die Situation von Frauen und auf Beschäftigte in systemrelevanten Berufen – mehrheitlich Frauen – seit Beginn der Pandemie gelegt, also seit dem zweiten Quartal 2020.

Frauen waren bereits vor der Pandemie in mehrfacher Hinsicht benachteiligt: etwa durch den höheren Anteil an unbezahlter Arbeit, durch schlechtere Bezahlung (Gender Pay Gap) oder durch den Umstand, dass Frauen seltener in Führungspositionen aufsteigen („gläserne Decke“). Die Pandemie hat den beruflichen wie privaten Alltag vieler Frauen zusätzlich belastet. Frauen waren und sind von der Corona-Arbeitslosigkeit stärker betroffen, die Arbeitszeit war deutlich rückläufig und Konflikte zwischen Beruflichem und Privatem haben zugenommen.

Die AKI-Auswertungen zeigen einerseits, dass Homeoffice die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie begünstigt und dies insbesondere von Frauen so gesehen wird. Während 41 Prozent der Arbeitnehmerinnen, die am üblichen Arbeitsort tätig sind, die Vereinbarkeit als „sehr gut“ bewerten, sind es 49 Prozent der Frauen, die im Homeoffice arbeiten (siehe Grafik unten). „Gleichzeitig ist bei dem Vergleich von Beschäftigten im Homeoffice mit denjenigen, die am üblichen Arbeitsort arbeiten, immer mitzudenken, dass es nicht immer nur die Wirkung von Homeoffice ist: Auch oder gerade in denjenigen Jobs, die ins Homeoffice wandern konnten, ist die Flexibilität von vornherein schon etwas größer – beispielsweise auch durch Gleitzeitmodelle“, so Waldhauser. Und das Homeoffice ist zudem nur eine Option für einen kleinen Teil der Beschäftigten, viele können ihren Beruf nicht von zuhause aus ausüben.

Während der Pandemie hat das Gros der SystemerhalterInnen zwar symbolische Anerkennung erhalten, dies scheint sich bis dato allerdings nicht in den Einkommen widerzuspiegeln. In systemrelevanten Berufen sind es insbesondere die Frauen, die mit ihrem Einkommen kaum oder kein Auslangen finden: Für mehr als die Hälfte (55 Prozent) reicht das Einkommen gerade (noch) oder gar nicht mehr aus (siehe Grafik unten). Im Vergleich zu weiblichen Beschäftigten in anderen Berufen entspricht das einer Differenz von neun Prozentpunkten.

 

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