Arbeitslosigkeit: Wenig(er) Geld, hohe psychische Belastungen

Arbeitslose kommen kaum mit dem Arbeitslosengeld aus und leiden häufiger unter gesundheitlichen Problemen und psychischen Belastungen. Das zeigt eine Sonderauswertung des Arbeitsklima Index, die IFES-Projektleiterin Mag.a Aleksandra Waldhauser gemeinsam mit dem Präsidenten der Arbeiterkammer Oberösterreich Dr. Johann Kalliauer präsentiert hat.

Während 4% der Erwerbstätigen angeben, mit ihrem Leben eher nicht oder gar nicht zufrieden zu sein, sind es unter Arbeitslosen bereits 18% und unter Person, die länger als 12 Monate arbeitslos sind (s.g. Langzeitarbeitslosigkeit) sogar 31%, als rund jede/r Dritte. Sicherlich spielt hierfür auch das geringe Einkommen eine Rolle. Denn für mehr als ein Viertel der Arbeitslosen (27%) und ein Drittel der Langzeitarbeitslosen (34%) reicht ihr aktuelles Einkommen zu Leben nicht aus, wie aus der Sonderauswertung des Arbeitsklima Index hervorgeht. Dass es von der Arbeitslosigkeit oftmals nicht mehr weit zur Armut ist, zeigt auch, dass 28% der Arbeitslosen mit ihrer sozialen Absicherung unzufrieden sind, bei den Erwerbstätigen beträgt dieser Anteil nur 7%. Diese Daten basieren auf Interviews mit mehr als 6.400 Personen, davon rund 550 Arbeitslosen, zwischen dem 1. Quartal 2020 und dem 1. Quartal 2021 .

 
Schlecht für körperliche und psychische Gesundheit

Zwischen gesundheitlichen Problemen und Arbeitslosigkeit entsteht oftmals eine regelrechte Spirale: Einerseits weisen Menschen, die bei schlechter Gesundheit sind, ein höheres Risiko auf, ihren Job zu verlieren. Andererseits begünstigt Arbeitslosigkeit – das gilt besonders für Langzeitarbeitslosigkeit – gesundheitliche Beeinträchtigungen. So schätzen 13% der Arbeitslosen und 27% der Langzeitarbeitslosen ihre gesundheitliche Verfassung als schlecht bis sehr schlecht ein. Zum Vergleich: Unter den Erwerbstätigen geben dies nur 4% an.
Zudem klagen Personen in Arbeitslosigkeit deutlich häufiger Kopfschmerzen und Migräne, Schlafstörungen, Nervosität oder hohen Blutdruck. Der Anteil von Arbeitslosen, die (sehr) häufig über Angst- und Beunruhigungszustände klagen (13%) ist beinahe doppelt so hoch wie unter Erwerbstätigen (7%) – arbeitslose Frauen (18%) leiden noch häufiger darunter als arbeitslose Männer (8%). Depressivität und das Gefühl der Entfremdung sind unter arbeitslosen Personen ebenfalls deutlich verbreiteter als unter Beschäftigten.


 
Titelfoto: Designed by Freepik

Rückfragen

Mag.a Aleksandra Waldhauser steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:


aleksandra.waldhauser@ifes.at
oder +43 1 54670 571