Austrian Health Report 2022: Nur 19 % beurteilen eigene Gesundheit mit „sehr gut“

 

In repräsentativen Umfragen ab Frühsommer 2022 im Auftrag von Sandoz, erhob IFES unter anderem den Gesundheitszustand der Österreicher:innen, Auswirkungen der Pandemie, Vertrauen in Arzneimittel und Belastungen des Gesundheitssystems. Aus diesen Ergebnissen und der Einbindung von Expert:innen entstand der sogenannte Austrian Health Report 2022. Anfang Juli wurden die Ergebnisse der Studie im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert. Am Podium: IFES-Geschäftsführer und Studienleiter Dr. Reinhard Raml, MMag.a Maria Hofmarcher-Holzhacker (HealthSystem&Intelligence), Dr. Wolfgang Andiel (Sandoz) und Mag.a Sylvia Hofinger (WKO).

Schlechtere Selbsteinschätzung des Gesundheitszustands als vor der Pandemie

In seinem Bericht ging Reinhard Raml auf zentrale Ergebnisse der Studie ein. So zeigt sich etwa, dass Menschen in Österreich ihren eigenen Gesundheitszustand schlechter einschätzen als noch 2019 im Rahmen einer Gesundheitsbefragung der Statistik Austria: Der überwiegende Teil schätzt 2022 den eigenen allgemeinen Gesundheitszustand zwar zumindest als „gut“ ein (71 %). Im Zeitvergleich mit 2019 zeigt sich jedoch im Detail eine deutliche Änderung: Wurde der allgemeine Gesundheitszustand 2019 noch von 36 % als „sehr gut“ eingestuft, so sind es aktuell nur mehr 19 %.

Die Bewertung verschiebt sich deutlich in die mittleren Kategorien. Ein Drittel der Österreicher:innen beurteilt ihren eigenen allgemeinen Gesundheitszustand als wenig gut – damit hat sich im Vergleich zu vor der Pandemie der Gesundheitszustand verschlechtert.

Lebenszufriedenheit steigt mit dem Alter

Groß ist auch der Unterschied zwischen der Lebenszufriedenheit von jungen Menschen im Vergleich mit älteren. Die Studie zeigt auch, dass mit zunehmendem Alter die Zufriedenheit mit dem eigenen psychischen/seelischen Gesundheitszustand steigt: Jede:r Dritte der Altersgruppe über 60 Jahre gibt diese „sehr gut“ an, in der Gruppe der 18-29-Jährigen nur jede:r Fünfte.

Pandemie wirkt sich auf Gesundheitsvorsorge aus

Die Pandemie hatte bzw. hat Auswirkungen auf die Gesundheitsvorsorge – 29 % sind weniger häufig zum Arzt gegangen, auch wenn sie sich krank gefühlt haben, knapp ebenso viele haben auf Vorsorge- oder Routineuntersuchungen verzichtet. Jede:r Fünfte berichtet, dass Behandlungen nicht oder seltener durchgeführt wurden und 9 % geben an, dass eine geplante OP verschoben werden musste.

Bei Personen mit chronischer Erkrankung gibt ebenfalls gut jede/r Fünfte an, dass die Behandlung der Erkrankung erschwert war. Dies kann auch in direktem Zusammenhang zum derzeitigen Gesundheitsgefühl der Menschen im Land betrachtet werden.

Medikamente, Impfstoffe und Versorgungsengpässe waren ebenfalls zentrale Themen während der Pandemie. Auch diese Aspekte wurden im Fragenprogramm des Austrian Health Reports berücksichtigt.

 

Rückfragen

Dr. Reinhard Raml steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:

Tel: +43 1 546 70 321 oder reinhard.raml@ifes.at