ODYSSEUS - Simulation und Analyse kritischer Netzwerk-Infrastrukturen in Städten

Gefördert und finanziert durch das Sicherheitsforschungs-Förderprogramm KIRAS (des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus) hat das IFES unter der Wiener Bevölkerung erhoben, inwieweit die Stadtbewohner*innen auf Krisen und Katastrophen unterschiedlichen Ausmaßes vorbereitet sind beziehungsweise für wie resilient sich die Bevölkerung diesbezüglich einschätzt und welche Katastrophenszenarien für die Befragten am wahrscheinlichsten und gefährlichsten sind. Um das herauszufinden, wurde ausgehend von den Erkenntnissen aus drei Fokusgruppen mit den Schwerpunkten Blackout, Terroranschlag, Cyberangriff eine Onlineerhebung unter 804 Wiener*innen zwischen 16 und 79 Jahren durchgeführt. 

Dabei hat sich gezeigt, dass Hitzewellen für die Wiener*innen die größte Bedrohung darstellen, sowohl was die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch das allgemeine Bedrohungspotential angeht. Danach folgen Terroranschläge, Seuchen und Epidemien, schwere Stürme, ein Blackout und Cyberangriffe.

Etwas weniger als die Hälfte (47%) fühlt sich eigenen Angaben zufolge – was Krisen und Katastrophen im Allgemeinen anbelangt – sehr/eher gut informiert, Männer etwas besser als Frauen. Jede/r Dritte will sich in den nächsten 12 Monaten zumindest mit dem Thema auseinandersetzen, 28 Prozent werden das nicht tun. Die Gründe sind vielfältig: „sehr unwahrscheinlich, dass solche Ereignisse passieren“; „ich reagiere dann bei Beginn der Krise“ oder auch ein schlichtes Verdrängen, „weil man dadurch keine Angstgefühle auslösen will“. Zudem wurde der oftmals „fehlende Informationsstand (mehr Kampagnen nötig)“ in vielen Teilen der Bevölkerung angemerkt, was letztlich ein „falsches Sicherheitsgefühl“ entstehen lässt, so die Meinung der Befragten.

Einig ist man sich im Großen und Ganzen auf die Frage, was es zur Krisenbewältigung braucht: schnelle und gesicherte Informationen über das Szenario; Auskünfte über Familie/Freunde; Informationen, wo man Hilfe bekommt und Anweisungen, wie man sich im Akutfall verhalten soll.

Ein zentraler Punkt der Befragung war es, herauszufinden, welche Einstellung die Bevölkerung in Bezug auf Krisen- und Katastrophenszenarien aufweist und in welchen Bereichen es Zustimmung oder auch Ablehnung gibt. Die Grafik zeigt u.a., dass das Vertrauen in Behörden und Entscheidungsträger im Akutfall relativ groß ist, so zeigen sich nur zehn respektive zwölf Prozent sehr skeptisch was die Aufrechterhaltung der Grundversorgung in einer Krise bzw. was Verhaltensanweisungen während derselben anbelangt. Die meisten (60% - 70%) gehen davon aus, dass nach dem Einritt eines Krisenszenarios sowohl die Grundversorgung gewährleistet wäre als auch die Handlungsanweisungen top-down funktionieren würden. 

Eine große Diskrepanz zeigt sich bei der Eigen- und Fremdwahrnehmung. So sind 55 Prozent der Meinung, dass die österreichischen Bürger*innen auch selbst Vorbereitungen und Schutzmaßnahmen für den Ernstfall treffen müssen. Auf die Frage, ob man sich selbst auf derartige Szenarien aktiv vorbereitet, gaben jedoch nur 17 Prozent an, dass sie das auch wirklich tun. Jede vierte Person meint zudem, dass sie sich mit möglichen Krisen und Katastrophen gar nicht auseinandersetzen will, und etwa die Hälfte sagt, dass sie sich erst im Ernstfall damit beschäftigen wird.

Rückfragen

Dr. Reinhard Raml steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:

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