Arbeitsklima Index hat sich erholt

Nach dem Rekordtief im Frühjahr hat sich der Arbeitsklima Index wieder erholt und liegt jetzt bei 107 Punkten. Gestiegen ist vor allem die Zufriedenheit mit dem eigenen Betrieb.

Der Arbeitsklima Index hat sich nach dem historischen Tief im Frühjahr wieder deutlich erholt und liegt jetzt bei 107 Punkten. Gestiegen ist vor allem die Zufriedenheit mit der Situation im eigenen Betrieb. Sowohl das Einkommen und die Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten als auch die soziale Einstellung des Betriebs gegenüber den Mitarbeitern/-innen werden besser bewertet als noch im Frühjahr 2016.

Die Arbeitszufriedenheit ist seit dem Frühjahr in fast allen Altersgruppen wieder gestiegen, mit einer Ausnahme: Bei unter 26-Jährigen ist die Zufriedenheit in den letzten zwei Jahren um fünf Indexpunkte gesunken, am stärksten in der Frage des „wirtschaftlichen Optimismus“. Gleichzeitig steigt der Innovations-Stress bei den jüngeren Arbeitnehmern/-innen. Eine neue Stelle finden Der besorgniserregende Trend der sinkenden Arbeitszufriedenheit junger Arbeitnehmer/-innen ist ein Bruch mit der früher geltenden Faustregel „je jünger, desto zufriedener“. Heute gibt es nur einen gravierenden Unterschied zwischen den Altersgruppen unter 26 und über 45 Jahren, nämlich die Einschätzung der eigenen Arbeitsmarktchancen: Während 45 Prozent der Jungen glauben, im Fall des Jobverlusts leicht wieder eine neue Stelle zu finden, sind es bei den Älteren nur 26 Prozent. Vor zwei Jahren rechneten sich noch 73 Prozent der unter 26-Jährigen gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus. Einzig die Zeiteinteilung und das Einkommen werden von Älteren etwas positiver bewertet. Ob sie bis zur Pension durchhalten, beantworten 49 Prozent der Älteren mit eher oder sehr unwahrscheinlich. Bei den Unter-26-Jährigen sind es immerhin auch schon 44 Prozent.


Erhebliche Unterschiede und Veränderungen gibt es zwischen den einzelnen Berufsgruppen. Von den drei zufriedensten Berufsgruppen der Jahre 2010 bis 2013 sind nur mehr die Büroangestellten ohne Kundenkontakt in den Top 3. Mit 114 Indexpunkten belegen sie Rang drei hinter den Beschäftigten in der Schönheits-/Gesundheitspflege und den Kindergartenpädagoginnen mit jeweils 115 Punkten. Geschäftsführer/-innen und Bankangestellte, in der letzten Erhebungsperiode noch auf den Plätzen eins und zwei, verloren sechs bzw. sieben Indexpunkte.

Die deutlichsten Unterschiede zeigen sich bei körperlichen Belastungen: In der Kategorie „Physischer Stress“ erreichen Bauarbeiter einen Wert von 30 Punkten, Reinigungskräfte 29 Punkte und Textilarbeiter/-innen 25 Punkte. Bei den Berufen mit der höchsten Zufriedenheit hingegen liegt der Wert nur bei sechs bis acht Punkten. Die Arbeitszeit spielt eine große Rolle für die Arbeitszufriedenheit: Mit der Arbeitszeitregelung sind z.B. 92 Prozent der Beschäftigten in der Schönheits-  /Gesundheitspflege und 85 Prozent der Büroangestellten, aber lediglich 68 Prozent der Reinigungskräfte zufrieden. Auch die subjektiven Zukunftsperspektiven gestalten sich höchst unterschiedlich. Zumindest jeweils rund 60 Prozent der Beschäftigten in den Top-3-Berufen sind mit ihren Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten zufrieden – aber nur 52 Prozent der Textilarbeiter/-innen, 38 Prozent der Beschäftigten am Bau und 18 Prozent der Reinigungskräfte.

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