Arbeitsklima-Index: Hohe Arbeitszeiten – geringe Zufriedenheit!

Wie eine aktuelle Sonderauswertung des Arbeitsklimaindex zeigt, arbeiten die Beschäftigten in Österreich sehr viel: inklusive des knappen Viertels Teilzeitbeschäftigter durchschnittlich 39 Stunden in der Woche. Das ist eines der Ergebnisse der Studie, die von IFES-Projektleiter Georg Michenthaler am 9. Februar 2007 im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit dem Präsidenten der AKOÖ, Dr. Hans Kalliauer, und Mag. Christoph Hofinger (SORA) vorgestellt wurde.


Teilzeit ist demnach weiterhin weiblich: Nur 6 Prozent der Männer, aber 42 Prozent der Frauen arbeiten bis zu 35 Wochenstunden. 17 Prozent der Beschäftigten verbringen regelmäßig zwischen 40,1 und 45 Stunden in der Arbeit, 16 Prozent mehr als 45 Stunden. Bei den Männern ist es sogar knapp jeder Vierte (23 %), der üblicherweise mehr als 45 Stunden arbeitet - unter den leitenden Angestellten liegt der entsprechende Wert bei 38 Prozent.
Sowohl im Falle von Vollzeit- als auch bei Teilzeitarbeit liegt die reale Arbeitszeit sehr oft über dem vereinbarten Ausmaß. 34 Prozent aller Beschäftigten arbeiten regelmäßig zumindest mehr als zwei Stunden über der Vereinbarung, vollzeitbeschäftigte Männer haben eine Arbeitszeit von durchschnittlich 40 Stunden ausgemacht, arbeiten aber um vier Stunden länger, bei vollzeitbeschäftigten Frauen beträgt die durchschnittliche Differenz drei Wochenstunden. In einzelnen Branchen gibt es besonders starke Abweichungen zwischen Vertrags- und Real-Arbeitszeiten, etwa im Tourismus mit knapp 5 Stunden.
Diese Befunde zeigen, dass die geltenden gesetzlichen Arbeitszeitgrenzen den Betrieben ausreichend Spielraum ermöglichen, auf dem Wege von Kollektiv-, Betriebs- oder individuellen Vereinbarungen die Arbeitszeitgestaltung mit den betrieblichen Notwendigkeiten zu vereinbaren, eine weitere "Flexibilisierung" in diesem Bereich dürfte also kaum Änderungen der realen Arbeitszeitgestaltung bewirken. Ständige Überschreitungen und damit geringe Planbarkeit der eigenen Arbeitszeit wirken sich – in besonderem Maße bei Beschäftigten ohne Leitungsfunktion – negativ auf die Gesamtzufriedenheit aus. Die Zufriedenheit mit Arbeitszeitregelungen ist am höchsten bei Beschäftigten mit einem Gleitzeitmodell, am niedrigsten bei jenen mit unregelmäßiger Arbeitszeit.

Weitere Details der aktuellen Auswertungen zum Arbeitsklimaindex können Sie hier downloaden. Generelle Informationen finden Sie auch unter www.arbeitsklima.at

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Georg Michenthaler steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:

Tel: ​+43 1/546 70 354 oder ​georg.michenthaler@ifes.at