Arbeitsklimaindex: Pessimismus steigt – MigrantInnen fühlen sich besonders bedroht

Der Arbeitsklimaindex ist in den letzten Monaten deutlich gesunken. Er ist vom bisherigen Höchststand von 112 Indexpunkten vor einem Jahr auf nunmehr 109 Indexpunkte gefallen. Verantwortlich für den Rückgang ist unter anderem der zunehmende Pessimismus der Arbeitnehmer/-innen in Bezug auf die wirtschaftliche Zukunft Österreichs. Diese wird derzeit von 72 Prozent der Arbeitnehmer/-innen positiv bewertet, im Frühjahr 2008 waren dies noch 81 Prozent. Diese und andere aktuellen Befunde wurden am 21.11.2008 in einer gemeinsamen Pressekonferenz von Dr. Hans Kalliauer (AKOÖ), Mag. Christoph Hofinger (SORA) und Georg Michenthaler (IFES) der Öffentlichkeit vorgestellt.

Besonders bedroht von der Wirtschaftskrise fühlen sich insbesondere die weniger Qualifizierten auf dem Arbeitsmarkt: bei den Arbeiter/-innen beispielsweise ist der wirtschaftliche Optimismus für den eigenen Betrieb von 77 auf 70 Prozent gesunken.

Eine Gruppe, die angesichts der Krise möglicherweise noch mehr in Bedrängnis geraten könnten, sind Beschäftigte mit migrantischem Hintergrund. Der Arbeitsklima Index wurde erstmals spezifisch für Arbeitnehmer/-innen mit Migrationshintergrund berechnet. Die Analyse zeigt, dass deutlich mehr als die Hälfte der Beschäftigten aus dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei als Arbeiter/-innen und so gut wie gar nicht im öffentlichen Dienst beschäftigt sind. . Der Arbeitsklima Index ist bei Arbeiter/-innen, die selbst beziehungsweise deren Eltern aus der Türkei stammen, mit 98 Indexpunkten stark unterdurchschnittlich. Migrant/-innen aus Osteuropa weisen mit 99 Indexpunkten einen ähnlich niedrigen Wert auf. Arbeitnehmer/-innen aus dem ehemaligen Jugoslawien kommen auf einen Wert von 107 Indexpunkten und jene aus Westeuropa auf 109 Indexpunkte.

Während derzeit noch 32 Prozent der österreichischen Beschäftigte ihren Arbeitsplatz für „sehr sicher“ halten, betragen die entsprechenden Anteile unter den Arbeitnehmer/-innen ex-jugoslawischer Abstammung 20 Prozent und jener aus der Türkei lediglich 12 Prozent.
„ MigrantInnen haben auf dem Arbeitsmarkt geringere Wahlmöglichkeiten und kaum Aufstiegsperspektiven. Sie stoßen schnell an die Decke und haben weitaus geringere Chancen als gleich qualifizierte inländische Beschäftigte, jemals eine Führungsposition zu erreichen“, stellt Georg Michenthaler fest.

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Georg Michenthaler steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:

Tel: ​+43 1/546 70 354 oder ​georg.michenthaler@ifes.at