Arbeitsklimaindex der Tourismus-Beschäftigten - Fehlende Perspektiven

Erstmals hat IFES die im Auftrag der oberösterreichischen Arbeiterkammer im Rahmen des Arbeitsklimaindex erhobenen Daten speziell für den Sektor Tourismus ausgewertet. Im Vergleich mit dem Durchschnitt der anderen Branchen handelt es sich im Tourismus um eine typische Frauenbranche mit hohen Teilzeit- und ArbeiterInnenanteilen. Es herrscht eine kleinbetriebliche Struktur vor. Kennzeichnend ist auch eine hohe Fluktuation mit saisonaler Arbeitslosigkeit und vergleichsweise kurzen Betriebszugehörigkeiten. Die diskontinuierlichen Erwerbskarrieren mit zahlreichen Unterbrechungen und Dienstgeberwechseln wirken sich nachteilig auf die berufliche Entwicklung und auf das gesamte Lebenseinkommen aus.
Insgesamt weicht die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten im Tourismus gegenüber dem Durchschnitt der sonstigen Branchen nur gering nach unten ab. Deutliche Nachteile zeigen sich v.a. hinsichtlich der Einkommenssituation, der innerbetrieblichen Aufstiegsmöglichkeiten sowie der Arbeitszeitregelungen, die sich nur schwer mit privaten und familiären Verpflichtungen vereinbaren lassen.
Diese Nachteile können nur zum Teil durch einen im Durchschnitt als zufriedenstellender erlebten Führungsstil, weitaus geringerem Innovationsstress sowie im Gesamtvergleich überdurchschnittlich guten subjektiven Arbeitsmarktchancen aufgewogen werden.
Letztere sind allerdings maßgeblich auf das niedrige Durchschnittsalter im Tourismus zurückzuführen, was aber umgekehrt wieder darauf hinweist, dass diese Beschäftigung für viele ein Beruf ohne Perspektiven ist. So planen etwa im Tourismus mit 14 Prozent doppelt soviele als in den sonstigen Branchen einen kompletten Wechsel des Berufs, 16 Prozent gegenüber 9 Prozent insgesamt wollen zumindest zu einer anderen Firma.

Weitere Details der von IFES-Projektleiter Georg Michenthaler am 26. August 2005 in einer Pressekonferenz gemeinsam mit Rudolf Kaske (Gewerkschaft HGPD), Gernot Mitter (AK-Wien) und Rudolf Grammer (GPA) präsentierten Ergebnisse der aktuellen Auswertungen finden Sie im beigefügten Dokument. Generelle Informationen finden Sie auch unter www.arbeitsklima.at

Rückfragen bitte an

Georg Michenthaler steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:

Tel: ​+43 1/546 70 354 oder ​georg.michenthaler@ifes.at