Arbeitslosigkeit wirkt nachhaltig negativ

Welche Implikationen hat die Coronakrise für Menschen in Arbeitslosigkeit? Steigt mit der höheren Wertschätzung für Handelsangestellte auch deren Arbeitszufriedenheit? Darüber informierten Dr. Johann Kalliauer, Präsident der AK Oberösterreich, Mag.a Aleksandra Waldhauser von IFES und Mag. Daniel Schönherr von SORA im Zuge einer Online-Pressekonferenz anlässlich aktueller Auswertungen der Studie zum Arbeitsklima Index im Auftrag der AK Oberösterreich.

Die Corona-Krise hat den Arbeitsmarkt schwer erschüttert, im März 2020 wurden innerhalb weniger Tage 120.000 Menschen arbeitslos. Für die Betroffenen bedeutet die Arbeitslosigkeit nicht nur einen großen Teil des Einkommens zu verlieren, sondern auch ihre beruflichen Perspektiven, ihre finanzielle Unabhängigkeit und oftmals ihre psychische Gesundheit. Nur noch 54 Prozent der Arbeitslose sind mit ihrem Leben zufrieden. Zum Vergleich: Bei Beschäftigten sind das 86 Prozent.

44 Prozent glauben, dass sie die aktuelle Krise härter trifft als andere, knapp die Hälfte fühlt sich durch die Krise in der Existenz bedroht. Mehr als die Hälfte glaubt, wegen der Corona-Krise schlechte Chancen auf einen neuen Job zu haben.

Und auch nach dem Wiedereinstieg in den Beruf wirkt Arbeitslosigkeit nach. Personen, die zuvor arbeitslos waren, haben oft wieder nur unsichere und befristete Beschäftigungsverhältnisse. Sie arbeiten auch häufiger in Berufen, die in der Gesellschaft kein hohes Ansehen genießen.

Handel: Mehr Wertschätzung ohne Folgen

Nicht jeder Beruf hat in der Gesellschaft denselben Stellenwert und dasselbe Ansehen, manche werden als prestigeträchtiger angesehen als andere. Regalbetreuer/innen und Kassierer/innen gehören zu Berufsgruppen, denen in der Gesellschaft oft wenig Wertschätzung entgegengebracht wird. Handelsangestellte haben zwar seit Beginn der Coronakrise das Gefühl, dass ihre Arbeit jetzt mehr wertgeschätzt wird als zuvor - das sagen 44 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel, in anderen Berufsgruppen nur 29 Prozent der Befragten. Aber die wahrgenommene gestiegene Wertschätzung spiegelt sich kaum in den Arbeitsbedingungen und der Arbeitszufriedenheit wider.

So geben Beschäftigte im Handel überdurchschnittlich oft an, dass sie größere Schwierigkeiten als vor der Coronakrise haben, den Beruf mit sonstigen Aufgaben zu vereinbaren. Für ein Drittel der Handelsbeschäftigten trifft das zu, aber nur für rund 20 Prozent in anderen Berufen.

 

Rückfragen

Mag.a Aleksandra Waldhauser steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:


aleksandra.waldhauser@ifes.at
oder +43 1 54670 571