Belästigung am Arbeitsplatz - Mehr als jede zweite Frau betroffen

Ergebnisse aus dem Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer OÖ zeigen: 56% der Arbeitnehmerinnen hat schon einmal die eine oder andere Form der Belästigung am Arbeitsplatz erleben müssen. Am häufigsten berichten Arbeitnehmerinnen von abfälligen Äußerungen gegen Frauen (z.B. sexistische Witze) -38% kennen das aus dem eigenen Berufsleben. Auch Anstarren, in den Ausschnitt schauen etc. haben schon 31% am Arbeitsplatz erlebt. Körperliche Übergriffe berichtet jede achte Arbeitnehmerin (12%). Jede Zwanzigste (5%) hat schon einmal Nachrichten mit sexistischem Inhalt bekommen. 4% der Frauen berichten, dass in ihrem Arbeitsumfeld Nacktbilder oder Nacktkalender zu sehen sein.
Die Zahlen steigen im Vergleich zu 2016 an. „Eine höhere Aufmerksamkeit auf dem Thema, wie sie etwa durch die #metoo Debatte erreicht wurde, kann dazu beitragen, dass mehr Frauen Belästigung als solche erkennen oder einordnen und auch, dass mehr Frauen Erlebtes beichten und nicht verschweigen“, erklärte Eva Zeglovits, Geschäftsführerin des IFES.
Benachteiligungen sehen Frauen am Arbeitsmarkt allerdings auch in anderen Bereichen, von der Stellenvergabe angefangen über Einstufungen und Einkommen bis zur Übernahme von Verantwortung und schlussendlich der Beförderung fühlen sich viele Frauen zumindest gelegentlich benachteiligt.
Die Arbeiterkammer wird von 62% der Frauen und damit am häufigsten als jene Institution genannt, die sich für Gleichbehandlung und Gleichstellung einsetzt, Tendenz steigend. Das Frauenministerium hingegen verliert im Zeitvergleich, und wird jetzt von einem Drittel der Befragten auf diese Frage genannt.
Bei einer Pressekonferenz am 27.11.2018 präsentierte AKOÖ Präsident Johann Kaliauer mit Christoph Hofinger (SORA) und Eva Zeglovits (IFES) aktuelle Ergebnisse aus dem Arbeisklimaindex. Es wurden Daten aus dem zweiten und dritten Quartal 2018 mit insgesamt n=1.869 ArbeitnehmerInnen ausgewertet, davon n=906 Frauen.
Weitere Themen der Pressekonferenz waren Kinderbetreuung, unbezahlte Arbeit wie Hausarbeit oder Betreuung, sowie die Situation von Beschäftigten in der Pflege.

Rückfragen

Dr.in Eva Zeglovits steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:

eva.zeglovits@ifes.at
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