Deutliche Mehrheit für 4-Tagewoche

Der Österreichische Gewerkschaftsbund beauftragte im August 2018 das IFES-Institut mit einer repräsentativen Befragung unter allen in Österreich unselbstständig Beschäftigten (Lehrlinge, Arbeiter, Angestellte und öffentlich Bedienstete) zu den aktuellen Themen „12h-Tag/60h-Woche“ und „4-Tage Woche“.

60% der Beschäftigten lehnen die 12h/60h-Regelung ab
Die Bundesregierung hat im Juli dieses Jahres beschlossen, dass ab 1. September täglich bis zu 12 Stunden und wöchentlich bis zu 60 Stunden gearbeitet werden darf. 98% der Befragten haben davon gehört oder gelesen (extrem hohe Bekanntheit), wobei nur 9% dies für eine „sehr gute“ und weitere 26% für eine „gute Idee“ halten. Die absolute Mehrheit (insgesamt 60%) der ArbeitnehmerInnen hält dies für eine „eher schlechte“ (28%) bzw. sehr schlechte Idee (32%).
Fast jeder sechste Beschäftigte (18%) gibt an, dass in seinem Betrieb bereits jetzt der 12h-Tag bzw. die 60h-Woche in der Praxis vorkommt. Weitere 27% erwarten, dass diese neue Arbeitszeitregelung in Zukunft in ihrem Betrieb umgesetzt wird.

73% der Beschäftigten sind für eine 4-Tage Woche
Der ÖGB und die Gewerkschaften fordern als Ausgleich für diese längeren Arbeitszeiten unter anderem das Recht auf eine 4-Tage Woche. Das heißt, die wöchentliche Arbeitszeit kann auf 4 fixe Werktage verteilt werden. Ein Werktag bleibt frei.
Diesen Vorschlag halten 31% für eine „sehr gute“ und weitere 42% für eine „gute Idee“. Diese sehr hohe Zustimmung von insgesamt 73% ist noch höher bei den jüngeren ArbeitnehmerInnen: bei den unter 30-Jährigen unterstützen sogar 84% diese Forderung.
Differenziert nach dem Arbeitsverhältnis gibt es nur geringe Abweichungen bei der Zustimmungsrate: 76% der Arbeiter und 70% der Angestellten unterstützen diese Idee, bei den öffentlich Bediensteten sind es 80%.

Die Vorgangsweise der Bundesregierung wird nicht goutiert
Abschließend: Dass die Bundesregierung die neue 12h/60h-Arbeitszeitregelung ohne die Einbindung der Sozialpartner beschlossen hat, kommt bei den ArbeitnehmerInnen gar nicht gut an: 50% finden diese Vorgangsweise „sehr schlecht“, weitere 28% „eher schlecht“. Nur 18% der Befragten können dieser Vorgangsweise der Bundesregierung etwas abgewinnen: das ist jene vergleichsweise kleine Gruppe, die auch dem 12h-Tag und der 60-Stundenwoche positiv gegenübersteht.

Von 21. bis 29. August 2018 befragte IFES insgesamt n = 800 ArbeitnehmerInnen, davon 500 telefonisch und 300 via Online Umfrage. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die unselbständig Beschäftigten in Österreich (maximale Schwankungsbreite: +/- 3,5%).
 

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