Entwicklungen bei der Arbeitsgesundheit

Was hat sich in den letzten zehn Jahren hinsichtlich der Arbeitsgesundheit getan? Zugenommen hat die Zahl der Betroffenen von Muskelverspannungen, Schlafstörungen und Verdauungsbeschwerden. Dafür ist es in den letzten zehn Jahren gelungen, die Zahl der von Passivrauch Belasteten zu halbieren – von 14 Prozent auf mittlerweile 7 Prozent. Die Zahl der psychisch Belasteten ist mit ca. 30 Prozent annähernd konstant.

Lärmbelastung und Lärmquellen

Der Arbeitsgesundheitsmonitor misst sowohl die Lärmbelastung als auch die Lärmquellen. Hierzu zählen neben den Arbeitsmaschinen, Kollegen/innen und Kunden/innen, Radio, Beschallung durch Musik und Werbung, Klimaanlagen, Geräte und Verkehr. Insgesamt befindet sich nur ein Drittel in der glücklichen Lage am Arbeitsplatz keiner (permanenten) Lärmquelle ausgesetzt zu sein. 42% führen bis zu zwei Lärmquellen an und das restliche Viertel drei oder mehr Quellen. Betrachtet man die Zahl der Quellen so sind KFZ-Mechaniker, Fern- und Berufsfahrer, Gastronomiebedienstete, Ausbildner, Kassiere, Köche, Handelsangestellte überdurchschnittlich stark belastet (1/3 bis über 40%). Geht es um die subjektive Lärmbelastung stehen Werkzeugmacher, Handwerker und KFZ-Mechaniker an der Spitze mit bis zu drei Viertel an hoch Belasteten. Gastro- und Handelsbeschäftigte liegen hier im Mittelfeld mit einem Fünftel bis zu einem Viertel.


Vier von zehn Handelsbeschäftigten berichten, dass Kunden einen unangenehmen Geräusch- und Lärmpegel erzeugen, die Kollegen folgen mit einem Drittel gleich danach. Maschinen und Geräte liegen mit 26% an der dritten Stelle, dann folgen Radio und Dauerbeschallung durch Musik und Durchsagen. Im Handel können wir diese beiden Lärmquellen kombinieren, weil sie ja in der Regel im Verkaufsraum zu hören sind und kommen hier auf 39% Betroffene.
22% fühlen sich subjektiv stark durch den Lärm belastet … womit sich im der Lärm im Mittelfeld einreiht. Die Belastungsspitze wird durch den Stress im Job gebildet. In der Gastronomie ist das Belastungsprofil noch stärker ausgeprägt und viele Belastungen liegen auch weit über dem Durchschnitt aller Branchen. Warum dem Lärm so viel Beachtung schenken? Auch wenn wir ihn vielfach nicht als Belastung wahrnehmen zeitigt er gravierende Folgen. So ist durch Lärm verursachte Schwerhörigkeit die am häufigsten anerkannte Berufskrankheit in Österreich. Und auch die allgemeinen gesundheitlichen Folgen, die wir im Arbeitsgesundheitsmonitor feststellen können, sind gravierend. So erhöht sich das Risiko, ausgelaugt zu sein, gravierend – von 51% auf 78%. Man ist auch häufiger gereizt und reagiert genervt auf Arbeitskollegen, worunter das Klima leidet. Darüber hinaus ist er ein richtiger Antriebskiller: über die Hälfte der Lärmgeplagten fehlt es an Antrieb. In Summe weisen 48% der Betroffenen hohe psychische Belastungswerte auf, während in der Kontrastgruppe „nur“ 26% als hoch belastet einzustufen sind.

Zum Arbeitsgesundheitsmonitor

Das IFES erhebt im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich jedes Jahr bei rund 4.000 Erwerbstätigen das Fragenprogramm von Arbeitsklima Index und Arbeitsgesundheitsmonitor in persönlichen Interviews.

Rückfragen

Dr. Reinhard Raml steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:

Tel: +43 1 546 70 321 oder reinhard.raml@ifes.at