Handy am Steuer? Gar nicht so selten wie man denkt

Mit der Kampagne „Hallo Leben" setzt die ASFINAG auf Information und Aufklärung rund um das Thema Ablenkung im Straßenverkehr, ein Umstand der vor allem aufgrund der mittlerweile weitverbreiteten Smartphonenutzung und moderner technischer Ausstattung (Navigationssysteme, Boardcomputer etc.) in den Autos immer mehr ins Zentrum der Fahrsicherheit rückt.
So gibt ein Drittel der Autofahrer/innen zu, das Handy für berufliche oder private Zwecke hinter dem Steuer zu benützen, um anschließend Zeit zu sparen. Jede und jeder Zehnte macht das sehr häufig, bei stop-and-go Verkehr sogar jede und jeder Vierte, lediglich 40% der Befragten können als handy-abstinent bezeichnet werden.
Dabei ist den meisten Autofahrer/innen bewusst, dass diese Tätigkeiten sehr stark ablenken. Dementsprechend bewerten 8 von 10 das Schreiben von Nachrichten als (sehr) hohe Ablenkung, gefolgt vom Rasieren/Schminken (78%), dem Lesen von Nachrichten am Handy (76%) sowie dem Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung (70%).

Expert/inn/en weisen auf die oftmals unterschätze Gefahr von Ablenkungsquellen außerhalb der Autos hin, diese beanspruchen nicht selten unsere volle Aufmerksamkeit, sobald der Blick nicht mehr auf die Fahrbahn gerichtet ist. So geben 37% an, dass sie sich von Einsatzfahrzeugen stark ablenken lassen, gut jede/r Dritte nennt hier Unfälle beziehungsweise Unfallstellen (35%), gefolgt von Naturereignissen wie Regenbögen oder Gewitter, von denen sich etwa jede/r vierte Autofahrer/in während der Fahrt beeinflussen lässt.
Diese Ablenkungsquellen außerhalb der Autos, entfalten in Folge durch Handyaufnahmen eben jener Naturereignisse zusätzliches Gefahrenpotential für die Insassen. Beinahe 4 von 10 Befragten sagen, dass sie schon einmal selbst während der Fahrt als Fahrer bzw. Fahrerin Fotos oder Videos mit dem Handy angefertigt haben. Hier sind vor allem Natur- und Wetterphänomene (Sonnenuntergang, Schneefahrbahn etc.) zu nennen, gefolgt von Landschaftsaufnahmen (14%). Diese Art der Handynutzung zeigt sich besonders bei den unter 30-Jährigen, ungefähr die Hälfte gab an solche Aufnahmen selbst schon gemacht zu haben, bei den Älteren sinkt dieser Anteil auf rund ein Fünftel.

Knapp die Hälfte (47%) aller Lenker fand sich in den vergangenen zwölf Monaten in einer gefährlichen Situation wieder und musste deshalb voll abbremsen respektive das Lenkrad verreißen, weil sie oder er abgelenkt war.

 

Rückfragen

Dr. Reinhard Raml steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:

Tel: +43 1 546 70 321 oder reinhard.raml@ifes.at