Höchste Zufriedenheit mit der Lehrpraxis in der Ausbildung von Turnusärzten

In der Ausbildung zum praktischen Arzt sind auch sechs Monate Lehrpraxis verpflichtend vorgeschrieben. Das IFES hat nun im Auftrag der Österreichischen Ärztekammer in einer repräsentativen Befragung die Erfahrungen von fast der Hälfte der gegenwärtig in niedergelassenen Ordinationen tätigen LehrpraktikantInnen sowie einer Zufallsstichprobe von Praktikumsleitern erhoben. Die Zufriedenheit mit dieser Ausbildungsform ist außerordentlich hoch: 72 Prozent der Praktikanten vergeben dafür die Note 1 (sehr zufrieden) auf der fünfteiligen Bewertungsskala, 19 Prozent die Note zwei und nur 9 Prozent die Noten 3-5. Im Gegensatz zur Turnusausbildung im Spital weist die Lehrpraxis viele Vorteile auf: Anstatt durch bürokratische Aufgaben von den Patienten ferngehalten zu werden, wie fast die Hälfte der Turnusärzte in einer ebenfalls im Auftrag der Ärztekammer im Vorjahr durchgeführten IFES-Studie beklagten, profitieren die Lehrpraktikanten in erster Linie durch den engen Kontakt mit den Patienten. In einer umfassenden Betreuung durch die Praktikumsleiter erwerben und erproben die Praktikanten nicht nur die für eine praktische Ordination notwendigen medizinischen Kenntnisse und Fertigkeiten, sondern gewinnen auch soziale Kompetenzen sowie einen für den zukünftigen Beruf wertvollen Einblick in die organisatorischen und administrativen Erfordernisse einer Praxis.
Auffallend ist auch die in der Lehrpraxis - im Gegensatz zum Spital - so gut wie nicht vorhandene hierarchische Distanz zwischen Lehrenden und Lernenden. So geben etwa auch mehr als die Hälfte der Praktikumsleiter an, vom Spitalswissen ihrer jungen Kollegen überdurchschnittlich zu profitieren.

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