Homeoffice: Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen

Im Auftrag der Arbeiterkammer hat das IFES im April und im Oktober Studien zum Thema Homeoffice durchgeführt. Hierfür wurden jeweils über 2.000 Beschäftigte repräsentativ für Österreich befragt. Die Ergebnisse der zweiten Erhebungswelle haben nun die Präsidentin der Arbeiterkammer Renate Anderl und IFES-Geschäftsführerin Dr.in Eva Zeglovits gemeinsam präsentiert.

Während vor der Corona-Pandemie nur rund fünf Prozent der Beschäftigten regelmäßig im Homeoffice gearbeitet haben, waren es im April und im Oktober jeweils um die 40 Prozent. Für die meisten der rund 60 Prozent Berufstätigen, die dieses Jahr nicht im Homeoffice gearbeitet haben, war ein Wechsel ins Homeoffice berufsbedingt auch gar nicht möglich. Drei Viertel der Personen mit Homeoffice Erfahrung geben an, dass sie es wichtig finden, nicht zu Homeoffice gezwungen zu werden.

Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen

Dass im Homeoffice die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen, zeigt sich gleich an mehreren Aspekten: Knapp 60 Prozent der Beschäftigten im Homeoffice neigen dazu, im Krankheitsfall zu Hause zu arbeiten statt in den Krankenstand zu gehen. Auch anstatt Pflegefreistellung in Anspruch zu nehmen geben 6 von 10 ArbeitnehmerInnen mit Kindern an, im Homeoffice zu arbeiten und quasi nebenbei das Kind zu betreuen. Mehr als die Hälfte arbeitet zu Zeiten, an denen sie sonst nicht arbeiten würde (spätabends, am Wochenende) und jede/r Dritte ist zu Zeiten erreichbar, in denen er oder sie sonst nicht arbeiten würde.

Insgesamt zeigt sich, dass in Betrieben mit Betriebsrat die Rahmenbedingungen für das Arbeiten von zu Hause deutlich klarer geregelt sind als in Betrieben ohne Betriebsrat.

Teilweise muss auch private Ausstattung genutzt werden

Während Ausstattungen wie Software und Headsets sowie Laptops überwiegend durch den Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden, nutzt mehr als die Hälfte privat angeschaffte Tastaturen und Monitore. Beim Schreibtisch und Schreibtischsessel aber auch bei der Internetverbindung und dem Drucker wird – wo vorhanden – in rund 9 von 10 Fällen private Ausstattung genutzt. Auffällig ist dabei auch, dass sich in Punkto Ausstattung eigentlich nichts im Vergleich zu April verbessert hat. Frauen sind – was die Ausstattung betrifft – Männern gegenüber klar benachteiligt. Wenn es in einem Haushalt einen gut ausgestatteten Arbeitsplatz gibt, wird dieser eher von Männern genützt. Vielen Frauen bleibt buchstäblich der Küchentisch zum Arbeiten.

[Bildcredit: Arbeiterkammer]

Rückfragen

Dr.in Eva Zeglovits steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:

eva.zeglovits@ifes.at
oder +43 1 546 70 351

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