Mehr Schmerzmittelkonsum bei hoher Arbeitsbelastung

IFES-Geschäftsführer Dr. Reinhard Raml hat gemeinsam mit dem Präsidenten der Arbeiterkammer Oberösterreich Dr. Johann Kalliauer aktuelle Ergebnisse der Arbeitsklima Index-Studie für das dritte Quartal 2020 präsentiert. Dabei zeigt sich: Die Beschäftigten neigen in Krisenzeiten eher dazu, krank zu arbeiten. Nach dem Lockdown ist der Wert deutlich gesunken. Hohe Belastungen am Arbeitsplatz wie Zeitstress und lange Arbeitszeiten führen zu häufigerem Medikamentenkonsum.

Anfang 2020 gingen noch bis zu zwei Drittel aller Beschäftigten trotz gesundheitlicher Beschwerden ihrer Arbeit nach – viel von ihnen während des Lockdowns im Home Office. Im dritten Quartal 2020 sank dieser Wert auf „nur“ noch ein Drittel aller Befragten. Das geht aus den aktuellen Daten des Arbeitsklima Index hervor, die von IFES im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich viermal jährlich erhoben werden.

Treiber von Präsentismus sind vor allem hohe Arbeitsbelastungen wie lange Arbeitszeiten, mangelnde Unterstützung durch Vorgesetzte und Kollegen/innen sowie Zeitdruck. Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten, die trotz Beschwerden krank gearbeiteten haben, geben an, dies aus Pflichtgefühl gegenüber ihren Kolleginnen und Kollegen gemacht zu haben (siehe Grafik).

Mehr Schmerzmittelkonsum bei Zeitstress und langen Arbeitszeiten

Um trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen der Erwerbstätigkeit nachgehen zu können, nehmen viele Beschäftigte auch Medikamente ein. Drei von vier Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern griffen im bisherigen Verlauf des heurigen Jahres zu Schmerzmitteln, 14 Prozent nahmen Schlaf- und Beruhigungsmittel, rund sechs Prozent leistungssteigernde Substanzen. Fünf Prozent aller Befragten nahmen sowohl Aufputsch- als auch Beruhigungsmittel. Dabei zeigt sich: Überlange Arbeitszeiten – regelmäßig länger als zehn Stunden pro Tag – und Zeitstress bringen Beschäftigte häufiger dazu, Schmerzmittel einzunehmen (siehe Grafik unten).

Über den Arbeitsklima Index

Das IFES erhebt im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich jedes Jahr bei rund 4.000 Erwerbstätigen das Fragenprogramm des Arbeitsklima Index. Diese Langzeitstudie wurde 1996 in Kooperation von Arbeitskammer Oberösterreich mit den Sozialforschungsinstituten IFES und SORA entwickelt.

Das IFES erhebt im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich jedes Jahr bei rund 4.000 Erwerbstätigen das Fragenprogramm des Arbeitsklima Index. Diese Langzeitstudie wurde 1996 in Kooperation von Arbeitskammer Oberösterreich mit den Sozialforschungsinstituten IFES und SORA entwickelt.

Der Österreichische Arbeitsklima Index ist ein Maßstab für den wirtschaftlichen und sozialen Wandel aus Sicht der Beschäftigten. Ergänzend zu den üblichen Kennzahlen der wirtschaftlichen Entwicklung erfasst der Index die subjektive Dimension und ermöglicht so die Analyse gesellschaftlicher Folgen von Tätigkeit und Arbeit.

Rückfragen

Dr. Reinhard Raml steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:

Tel: +43 1 546 70 321 oder reinhard.raml@ifes.at