Nachhilfestudie 2020

Das von IFES erhobene Nachhilfebaromter für die Arbeiterkammer zeigt: Der Nachhilfebedarf für Schülerinnen und Schüler ist in Österreich nach wie vor sehr hoch. 28 Prozent von ihnen erhielten in diesem Schuljahr und im Sommer davor bezahlte oder unbezahlte Nachhilfe. An dieser Quote hat sich gegenüber dem Vorjahr so gut wie nichts verändert. Der Gesamtbedarf an Nachhilfe ist sogar noch etwas größer. Dieser beläuft sich bundesweit auf rund 317.000 Schülerinnen und Schüler, das entspricht knapp einem Drittel.

Deutlich zurückgegangen sind in diesem Jahr aber die durchschnittlichen Ausgaben pro Kind, das zusätzliche Unterstützung benötigt. Dies hängt sicherlich auch damit zusammen, dass es ab Mitte März infolge der Schulschließungen und Kontaktverbote vielfach nicht mehr möglich war, weitere bezahlte Nachhilfestunden zu bekommen. Rund die Hälfte aller Eltern gibt zudem an, dass sich die Belastungen nach den Schulschließungen (auch) für sie deutlich erhöht haben. Die Gesamtausgaben der Eltern für Nachhilfe belaufen sich in diesem Schuljahr und im Sommer davor auf rund 86 Millionen Euro – im Jahr zuvor waren es noch rund 101 Millionen Euro.

Das IFES führte im Auftrag der Arbeiterkammer Wien von Ende Februar bis Mitte April 2020 eine bundesweit repräsentative Befragung bei Eltern von Schulkindern zum Thema ‚Nachhilfe‘ durch. Da die Anzahl der Interviews in einigen Bundesländern im Auftrag der AK-Länderkammern noch weiter aufgestockt wurde, umfasst die Stichprobe 3.563 Eltern-Haushalte, die über 5.390 Schülerinnen und Schüler Auskunft gaben. Zweck dieses jährlichen großangelegten Monitorings ist, aktuelle empirische Grundlagendaten zur Nachhilfe-Thematik in Österreich zu beschaffen und die Entwicklung im Zeitverlauf zu analysieren.

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Dr. Gert Feistritzer steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:

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