Psychische Belastungen am Arbeitsplatz - ein Blick auf die Erwerbstätigen in Österreich

Wenn man von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz spricht, assoziieren das viele mit Leistungsdruck, Überforderung oder Überstunden. Es gibt aber viele weitere Faktoren, die ein Risiko darstellen, zum Beispiel fehlende Rückzugsmöglichkeiten, fehlender Gestaltungsspielraum, Unterforderung, Monotonie, Unterbrechungen, unklare Anweisungen oder widersprüchliche Vorgaben. 

Für die umfassende Erhebung psychischer Belastungen hat das IFES mit MAPs (Messung und Analyse psychischer Belastungen) ein eigenes Screening-Verfahren mit 58 Einzelfragen entwickelt, und dieses in einer repräsentativen Erhebung unter Erwerbstätigen (n=971, persönliche Interviews) in Österreich eingesetzt. Die Analyse zeigt, dass psychische Belastungen verschiedene Beschäftigtengruppen in einem sehr unterschiedlichen Ausmaß treffen. Der genaue Blick lohnt sich also. Wichtige Ergebnisse sind das höhere Ausmaß von Unterforderung bei Teilzeitkräften, häufigere Störungen durch Unterbrechung bei Beschäftigten im Handel oder das Fehlen von Ansprechpersonen im Betrieb für MigrantInnen. Mehr dazu finden Sie im Bericht zu unserer Studie im Karrierestandard.

MAPs wurde vor allem für den Einsatz in größeren Unternehmen entwickelt. Die Erhebung läuft ab wie eine MitarbeiterInnenbefragung. MAPs ermöglicht es Unternehmen, psychische Belastungen, die zu Fehlbeanspruchungen führen können und somit ein Gesundheitsrisiko bergen, zu identifizieren und nach Tätigkeitsgruppen oder Organisationseinheiten - bis hin zum einzelnen Arbeitsplatz - zu lokalisieren. Damit unterstützt MAPs die Feststellung des Handlungsbedarfs und erleichtert die Konzeption und Priorisierung der gegensteuernden Maßnahmen. Der Einsatz von MAPs ist als Teil eines Gesamtprozesses zu sehen, in dem das IFES in die Planung und Kommunikation miteingebunden ist, um so die Schnittstellen zu den angrenzenden Teilschritten des Evaluierungsprozesses optimal definieren zu können. IFES bietet - je nach Wunsch des Kunden - nur die Erhebung, oder aber den gesamten Evaluierungsprozess an, der dann von unserer Arbeitspsychologin begleitet wird.

Mehr Informationen zu MAPs und zur Evaluierung psychischer Belastungen nach ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) finden sie hier.

Rückfragen

Dr.in Eva Zeglovits steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:

eva.zeglovits@ifes.at
oder +43 1 546 70 351