"Ruhepausen in Betrieben - Arbeit geht vor!"

Mit der Pausenkultur ist es in österreichischen Betrieben, speziell aus der Sicht von Angestellten, nicht sehr positiv bestellt. IFES hat dazu im Auftrag der GPA-djp eine repräsentative Stichprobe von 511 Angestellten befragt. Demnach ist zwar in der überwiegenden Mehrzahl der Betriebe eine tägliche Ruhepause vorgesehen, 15 Prozent der Angestellten haben jedoch keine diesbezügliche betriebliche Möglichkeit. In den Kleinstbetrieben - bis zu vier Beschäftigten - steigt der entsprechende Anteil sogar fast bis zur Hälfte. Von jenen, die über eine betriebliche Arbeitspause verfügen, nehmen 20 Prozent diese nur fallweise oder gar nicht wahr. Bezeichnenderweise sind es vor allem leitende Angestellte, die mit einem Anteil von 35% überdurchschnittlich häufig "Pausenmuffel" sind, aber umgekehrt auch Angestellte mit niedrigen Qualifikationen, die - mit einem Anteil von 31% - ebenfalls häufig auf die Pause verzichten oder verzichten müssen, etwa weil sie in einer kleinen Handelsfiliale mit durchgängiger Öffnungszeit beschäftigt sind. Als Hauptgrund für die Nichtanspruchnahme von Pausen wird - von 78% - der Arbeitsanfall angegeben - von einem kleineren Anteil von 15% die ohnehin kurze eigene Arbeitszeit.
Die Studie hat auch ergeben, dass rechtlich zustehende Pausen vielfach nicht gewährt oder beansprucht werden: so arbeiten etwa 54 Prozent der Angestellten regelmäßig am PC, aber nur 21 Prozent können auf die betriebliche Möglichkeit von Bildschirmpausen verweisen.
Nur 29 Prozent der Angestellten haben den Eindruck, dass der eigenen Geschäftsführung die Bedeutung von Pausen für die Gesundheit bewußt ist. Es wird zwar relativ tolerant mit Rauch- und Kaffeepausen zwischendurch umgegangen, aber die Arbeit hat auf jeden Fall Priorität. Die Verantwortung für die Konsumation von Pausen wird dort, wo solche vorgesehen sind, oft den Beschäftigten selbst überlassen, die diese allerdings mit den betrieblichen Notwendigkeiten vereinbaren müssen. Und da wird dann im Zweifelsfall oft auf die notwendige Ruhepause zwischendurch verzichtet.
In diesem Punkt können sich die Arbeitgeber also auf die "Kooperation" ihrer MitarbeiterInnen verlassen. So verlegen etwa auch knapp vier von zehn Angestellte ihre Arztbesuche und Amtswege üblicherweise in die Freizeit.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Website der GPA-djp bzw. im beigefügten Dokument.

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