Selbständig - nein danke? IFES erforscht die Motivation der AussteigerInnen

In einer bewegten Arbeitswelt sind auch immer mehr Selbständige davon betroffen, sich beruflich neu zu orientieren. Die steigenden Zahlen an AussteigerInnen, die ihren Gewerbeschein zurücklegen oder ruhend stellen, haben die Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationstechnologie (UBIT) der Wirtschaftskammer Wien dazu veranlasst, eine Studie über die Motive und Hintergründe für den Ausstieg aus der Selbständigkeit bei IFES in Auftrag zu geben.

Die wichtigsten Erkenntnisse sind:

  • Falsche Erwartungen: Bei den AussteigerInnen bestehen vielfach die falschen Gründe (situative Zwänge) bzw. Erwartungen (mehr Zeit, mehr Geld) an die Selbständigkeit. Viele sahen zu diesem Schritt keine Alternative am Arbeitsmarkt – besonders Frauen sahen im Selbständig-Sein oftmals den einzigen Ausweg aus der schlechten Jobsituation.
  • Fehlende Netzwerke: Vor allem zu Beginn fehlt es an Vernetzung und Austausch unter Gleichgesinnten. Hier bietet sich die Fachgruppe UBIT als Plattform an, die vornehmlich von Ein-Person-UnternehmerInnen stärker genutzt werden sollte.
  • Bildungsvorteil: Eine fundierte Ausbildung und ständige Weiterbildung erweisen sich als Erfolgsfaktoren.
  • Vorurteile gegenüber Frauen: Rund ein Viertel der ehemaligen Unternehmerinnen beklagen Benachteiligungen aufgrund ihres Geschlechts während ihrer Selbständigkeit.
  • Frühzeit-Problem: Die ersten vier Jahre erweisen sich als besonders schwierig und riskant. Hierbei zeigen sich auch Regelungen zur Bemessung der Steuer und der Sozialversicherung als wesentliche Hürden.
  • Scheinselbständigkeit: Rund ein Viertel der AussteigerInnen hatten nur einen Auftraggeber und arbeiteten überwiegend in dessen Büroräumlichkeiten. Paradox: Das Ziel dieser Selbständigkeit ist also ein rascher Umstieg in die Nicht-Selbständigkeit (Anstellung).

Rückfragen bitte an

Dr. Reinhard Raml steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:

Tel: +43 1 546 70 321 oder reinhard.raml@ifes.at