So schwimmt Österreich - zur Schwimmkompetenz der Österreicher

Eine neue, repräsentative Studie im Auftrag des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) zeigt, dass rund 8 Prozent der Österreicher ab einem Alter von 5 Jahren nicht schwimmen können. Das sind knapp 700.000 Personen. Jeder 5. schätzt die eigenen Schwimm-Skills als (sehr) unsicher bis mittelmäßig ein und 69% bezeichnen sich dagegen selbst als (sehr) sichere Schwimmer. Gerade für Kinder ist das Erlernen von Schwimmfähigkeiten besonders wichtig, um Unfälle vorzubeugen. Ertrinken zählt bei Kindern zur zweithäufigsten tödlichen Unfallursache. Insgesamt ertrinken in Österreich jährlich 40 Menschen, 5 davon sind Kinder.

5% der Eltern von Kindern unter 5 Jahren schätzen die Schwimmkenntnisse ihrer Kinder als (sehr) sicher sind. Das durchschnittliche Alter, mit dem Kinder schwimmen lernen, liegt bei 5 Jahren. Ab einem Alter von 4 Jahren können sich die Kleinen zwar häufig über Wasser halten, die motorischen Fähigkeiten für richtiges Schwimmen entwickeln Kinder aber erst im 5 bis 6. Lebensjahr. Nicht selten überschätzen Eltern damit das Können ihrer Kinder.

Besonders hoch ist der Anteil an Nichtschwimmern bei Kindern aus bildungsfernen Schichten und Familien mit vergleichsweise geringen finanziellen Ressourcen sowie in städtischen Ballungsräumen. Warum die Kinder bislang nicht schwimmen oder nicht gut schwimmen können, wird von den Eltern damit begründet, dass sie noch zu jung sind (58%), dass es in der Schule keinen Schwimmunterricht gab (6%), dass man in der Familie nicht schwimmen geht, dass es in der Nähe keine Schwimmbäder oder Badeseen gibt und weil es die finanziellen Umstände nicht zulassen (jeweils 3%-4%). Die beiden letzten Gründe spielen insbesondere in einkommensschwachen Haushalten und im ländlichen Raum eine Rolle.

70% der Kinder haben schwimmen von den Eltern gelernt, 30% in einem Schwimmkurs, 20% im Rahmen des Sportunterrichts in der Schule, 9% von älteren Geschwistern und 8% von anderen Erwachsenen. Jedes fünfte Kind in Österreich lernt im Rahmen des Turnunterrichts in der Schule schwimmen. In der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen ist es sogar jedes Vierte (26%). Insbesondere Kinder von Eltern mit niedrigen oder mittleren formalen Bildungsabschlüssen und Kinder in mittleren und größeren Städten sind besonders stark darauf angewiesen. Ob Kinder schwimmen lernen oder nicht hängt nicht zuletzt davon ab, ob es in der Familie gefördert wird und die Eltern mit ihnen schwimmen gehen. Schwimmkompetenz wird nach wie vor intergenerationell vererbt. So ist bei Kindern ab 7 Jahren der Anteil derer, die gar nicht oder nur schlecht bis mäßig schwimmen können, in Haushalten, in denen die Eltern mittelmäßige bis schlechte Schwimmer sind, mit 46% mehr als doppelt so hoch wie in Familien, in denen die Eltern (sehr) gute Schwimmer sind (21%).

Quelle: KFV

Link zum Artikel auf der Website des KFV  

Video zum Thema: https://www.kfv.at/ertrinken-der-leise-tod/

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