SpitalsärztInnen - Druck nimmt weiter zu!

Zum nunmehr vierten Mal im Verlauf von zehn Jahren hat das IFES im Auftrag der Österreichischen Ärztekammer - Kurie Angestellte Ärzte eine Studie zur Arbeitszufriedenheit und Arbeitssituation der heimischen Spitalsärzte und -ärztinnen durchgeführt. Dafür wurden insgesamt 2.000 Angehörige der Berufsgruppe, was rund 10 Prozent sämtlicher SpitalsärztInnen entspricht, im Mai 2013 in telefonischen Interviews befragt.

Die Hauptergebnisse zeigen einerseits - auf sehr hohem Niveau - ein stetiges Sinken der durchschnittlichen Arbeitszeit, auf der anderen Seite einen Anstieg der Arbeitsbelastungen aufgrund fortschreitender Arbeitsverdichtung: So geben die SpitalsärztInnen jetzt  eine durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit (inklusive Nachtdienste) von 54 Stunden an, was ein Minus von 2 Stunden gegenüber der letzten Erhebung von 2010 und von 5 Stunden gegenüber jener von 2006 bedeutet. Die maximale Arbeitszeit im letzten Halbjahr betrug im Durchschnitt 68 Wochenstunden (2006: 75 Wochenstunden). Analog dazu ist auch die Anzahl der monatlichen Nachtdienste von durchschnittlich 4,7 (2006) auf 4,2 gesunken. TurnusärztInnen zur Allgemeinmedizin machen im Durchschnitt 4,6 Nachtdienste im Monat, 2006 waren es noch 5,2.


Die sinkende Arbeitszeit macht sich in Form einer zunehmenden Arbeitsverdichtung bemerkbar: Als stärkste Belastung wird immer noch jene durch Verwaltungsaufgaben und Patientendokumentation empfunden, gefolgt vom Zeitdruck. Letzterer sowie die ebenfalls hoch rangierenden Belastungsdimensionen "chaotische Arbeitsorganisation", "schwierige Patienten" sowie "hohe Verantwortung" weisen über den Zeitverlauf  durchwegs zunehmende Tendenzen auf. 21 Prozent der SpitalsärztInnen empfinden die Arbeitssituation heute als angenehmer als noch vor fünf Jahren, 52 Prozent hingegen als weniger angenehm. Lediglich 35 Prozent der ÄrztInnen halten es für sehr oder eher wahrscheinlich, ihre Arbeit im Spital auch noch mit 65 Jahren ausüben zu können, 36 Prozent jedoch für eher unwahrscheinlich und weitere 28 Prozent für sehr unwahrscheinlich.

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