Systemerhalterinnen: Hohe Belastungen, geringes Einkommen

Mag.a Aleksandra Waldhauser, Projektleiterin im IFES, hat gemeinsam mit dem Präsidenten der Arbeiterkammer Oberösterreich, Dr. Johann Kalliauer, und Mag. Christoph Hofinger von SORA aktuelle Auswertungen aus der Studie zum Arbeitsklima Index vorgestellt. Der Schwerpunkt lag auf Belastungen in systemrelevanten Berufen. Diese betreffen Frauen in besonderer Weise, da sie zwei Drittel der Beschäftigten in diesem Bereich ausmachen.

Die Corona-Pandemie hat vor Augen geführt, wie unverzichtbar bestimmte Berufe und Tätigkeiten für das Funktionieren der Gesellschaft sind. Zu diesen s.g. systemrelevanten Berufen zählen beispielsweise KassiererInnen, LehrerInnen, medizinisches Personal, PflegerInnen oder etwa Organe der öffentlichen Sicherheit. Sie verlangen den Beschäftigten, die zu zwei Drittel Frauen sind, oft besonders hohe Belastungen ab. Gleichzeitig ist die Entlohnung in einigen Bereichen vergleichsweise gering. So haben 7 von 10 Beschäftigten in frauentypischen systemrelevanten Berufen ein Netto-Einkommen von unter 1.800 Euro (inklusive Beihilfen, Unterhaltszahlungen usw.). Und gar 12% haben weniger als 900 Euro zur Verfügung. In die niedrigste Einkommenskategorie fallen nur 2% der Beschäftigten in anderen systemrelevanten Berufen, die nicht weiblich dominiert sind, und 6% in anderen Berufsgruppen.

Eine besonders relevante Gruppe innerhalb der frauenspezifischen systemrelevanten Berufe sind die Beschäftigten in der Pflege, rund 80% davon sind Frauen. Die Anforderungen sind besonders hoch. 46% der Beschäftigten in Pflegeberufen empfinden ihre Arbeit als psychisch belastend – bei anderen Berufstätigen sind das nur 11%. Pflegekräfte fühlen sich stärker von Arbeits- und Zeitdruck belastet, auch der ständige Wechsel der Arbeitsabläufe belastet deutlich mehr als bei anderen Berufstätigen. Zwei von drei der Beschäftigten in der Pflege glauben nicht daran, dass sie in ihrem Beruf bis zur Pension durchhalten können.

Zwei von drei Pflegekräften können sich nicht vorstellen, dass sie in ihrem Beruf bis zur Pension durchhalten können. Geichzeitig ist eine hohe Identifikation mit dem Beruf zu beobachten: 88% der Personen im Pflegebereich geben an, dass sie mit der Art und dem Inhalt ihres Berufs zufrieden sind – das sind um 7 Prozentpunkte mehr als in anderen Berufen.

Über den Arbeitsklima Index

Das IFES erhebt im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich jedes Jahr bei rund 4.000 Erwerbstätigen das Fragenprogramm des Arbeitsklima Index. Diese Langzeitstudie wurde 1996 in Kooperation von Arbeitskammer Oberösterreich mit den Sozialforschungsinstituten IFES und SORA entwickelt.

Das IFES erhebt im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich jedes Jahr bei rund 4.000 Erwerbstätigen das Fragenprogramm des Arbeitsklima Index. Diese Langzeitstudie wurde 1996 in Kooperation von Arbeitskammer Oberösterreich mit den Sozialforschungsinstituten IFES und SORA entwickelt.

Der Österreichische Arbeitsklima Index ist ein Maßstab für den wirtschaftlichen und sozialen Wandel aus Sicht der Beschäftigten. Ergänzend zu den üblichen Kennzahlen der wirtschaftlichen Entwicklung erfasst der Index die subjektive Dimension und ermöglicht so die Analyse gesellschaftlicher Folgen von Tätigkeit und Arbeit.
 

Rückfragen

Mag.a Aleksandra Waldhauser steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:


aleksandra.waldhauser@ifes.at
oder +43 1 54670 571