Teilzeit ist weiblich

In Österreich sind aktuell rund 29% aller unselbständig Beschäftigten in Teilzeit beschäftigt. Die Arbeitszeit ist jener Faktor, der am Arbeitsmarkt besonders ungleich zwischen Frauen und Männern verteilt ist. Arbeitet fast jede zweite Frau Teilzeit, ist es bei den Männern nur etwa jeder Zehnte.
Die Beteiligung am Erwerbsleben ist bei den Frauen in den vergangenen 15 Jahren deutlich gestiegen - heute stehen um 340.000 Frauen mehr im Erwerbsleben als im Jahr 2004. Allerdings schlägt sich dieser Zuwachs beinahe ausschließlich in Teilzeitbeschäftigung nieder.
Bei den Männern ist die Zahl der Erwerbstätigen im gleichen Zeitraum um ca. 240.000 Personen angestiegen – die Hälfte dieses Zuwachses entfällt ebenfalls auf das Teilzeitsegment. Das ist insbesondere auch bei den Männern außergewöhnlich, dennoch profitieren hauptsächlich Männer von den in den letzten 15 Jahren geschaffenen Vollzeitstellen.


Was Branchen anbelangt, so sind Teilzeitquoten im Gesundheits- und Sozialwesen, in Erziehung und Unterricht, Beherbergung und Gastronomie sowie im Handel besonders hoch (37-50%). In der Produktion und im Bauwesen sind die Anteile mit knapp über 10% besonders gering.
Teilzeitbeschäftigte sind im Schnitt zwischen 35 und 44 Jahre alt und haben eine Berufsbildende Mittlere Schule absolviert. Meist sind sie Angestellte und haben zwei bis drei Kinder.
Wenngleich Männer und Frauen sich vornehmen, zu gleichen Teilen Erwerbs-und Betreuungsarbeit zu leisten, sieht die Realität meist anders aus. Nach der Geburt des ersten Kindes sinkt die Arbeitszeit der Frau, während jene des Mannes ansteigt. Der Grund für diese Retraditionalisierung der Rollenmuster ist das unterschiedliche Gehaltsniveau von Männern und Frauen. Die finanziellen Einbußen fallen deutlich geringer aus, wenn die Frau ihre Arbeitszeit reduziert und der Mann Vollzeit arbeiten geht.
Teilzeitbeschäftigte sind mit einer Reihe von Aspekten in ihrem Arbeitsleben weniger zufrieden als Vollzeitbeschäftige – insbesondere mit ihrer sozialen Position als Arbeitnehmerin, mit ihrem Einkommen, den Aufstiegsmöglichkeiten und dem Einkommen. 14 % geben an, dass sie ihren Beruf wechseln möchten, bei den Vollzeitbeschäftigten sind es nur 7 %.


25 % der teilzeitbeschäftigten Frauen und 38 % der teilzeitbeschäftigten Männer möchten mehr arbeiten. Bei jenen, die Vollzeit arbeiten wünscht man sich hingegen vor allem dann eine Reduktion der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit, wenn Überstunden gemacht werden.
 

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