Trotz Krankheit arbeiten

Die Hälfte der österreichischen Arbeitnehmer/innen geht trotz Krankheit zur Arbeit, wie aktuelle IFES-Daten zeigen.

Im Schnitt gingen die österreichischen Arbeitnehmer/innen innerhalb des letzten halben Jahres an 4 Tagen zur Arbeit, obwohl sie krank waren. Rund jede/r Zehnte brachte es dabei auf mehr als 10 Arbeitstage, das sind immerhin zwei Arbeitswochen. Bei weiteren 12 Prozent der Beschäftigten war es zumindest eine Arbeitswoche, in der trotz stärkerer gesundheitlicher Beeinträchtigungen zur Arbeit gingen.

Die Angst vor Arbeitslosigkeit spielt dabei eine wesentliche Rolle: Zwei Drittel jener Personen, die innerhalb des letzten Jahres zumindest einmal arbeitslos waren, gingen in ihrem neuen Job krank zur Arbeit. Bei denen, die diese Erfahrung nicht machten, war es wiederum die Hälfte.

Diese Praxis tritt vor allem bei gering qualifizierten Personen auf, sie gingen im letzten Jahr ebenfalls eine Arbeitswoche trotz Krankheit zur Arbeit. Die zweite Berufsgruppe, die selbst bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht zu Hause bleibt, sind höher Qualifizierte in leitenden Positionen. Sie geben an, im letzten halben Jahr im Schnitt 9 Arbeitstage trotz Krankheit bewältigt zu haben.

Diese Ergebnisse beruhen auf zwei repräsentativen Face-to-face-Erhebungen des IFES an jeweils 900 österreichischen Beschäftigten. Die erste Welle wurde im Oktober/November 2004, die zweite im April/Mai 2005 befragt.

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