Überlastete Spitalsärzte

Eine aktuelle Wiederholungsstudie des IFES im Auftrag der Bundeskurie Angestellte Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer über die Arbeitsbedingungen von Spitalsärzten hat ergeben, dass sich an den bereits 2003 konstatierten massiven Arbeitszeitbelastungen nichts geändert hat. Es wurde von IFES eine repräsentative Stichprobe von insgesamt 2000 Spitalsärzten (das sind rund 10 % aller Ärzte) telefonisch befragt. Der Kostendruck auf das Gesundheitssystem und die damit verbundene Personalknappheit wirkt sich auch in der Ärzteschaft gravierend aus: Über ein Drittel (36 %) der Ärzte arbeitet regelmäßig mehr als die gesetzlich festgelegte Halbjahres-Obergrenze von durchschnittlich 60 Wochenstunden und gut die Hälfte (52 %) überschreitet sogar das erlaubte Wochenmaximum von 72 Stunden. 14 Prozent aller Ärzte und 22 Prozent der Turnusärzte in Ausbildung zum Facharzt erreichen sogar Wochenmaxima von 100 und mehr Stunden.

Am meisten leiden unter dieser Misere die Schwächsten in der Hierarchie, das sind in diesem Fall die Turnusärzte zum Allgemeinmediziner. Anstatt ihnen eine fundierte Ausbildung angedeihen zu lassen, werden sie vielfach als flexibel einsetzbare Personalreserve für sachfremde Tätigkeiten eingesetzt. In der Zwischenzeit wenden sie - mit einem Zuwachs von 3 Prozentpunkten seit 2002 - bereits 50 Prozent ihrer Arbeitszeit für administrative Tätigkeiten auf. Die Arbeitszufriedenheit ist seit 2003 in jeder Hinsicht signifikant gesunken und die Daten spiegeln in ihrer Gesamtheit die Grundtendenz wider, dass die gleichbleibend schlechten Rahmenbedingungen zu immer mehr Frustration, Demotivation und Resignation führen und dass allmählich, insbesondere in der nachwachsenden Ärztegeneration, die Hoffnung schwindet, es könne sich noch zum Besseren wenden.

Nähere Details der von IFES-Projektleiter Georg Michenthaler in einer Pressekonferenz am 16. 8. gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Bundeskurie Angestellte Ärzte in der ÖÄK Dr.Harald Mayer der Öffentlichkeit präsentierten Ergebnisse der Befragung können Sie hier downloaden.

Rückfragen bitte an

Georg Michenthaler steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:

Tel: ​+43 1/546 70 354 oder ​georg.michenthaler@ifes.at

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