Überlastung und Burnout - Ergebnisse aus dem Arbeitsklima Index

Für knapp ein Drittel der Beschäftigten sind die Belastungen in der Arbeit zu hoch. Das trifft insbesondere auf Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss zu: In dieser Gruppe gibt sogar fast die Hälfte der Beschäftigten an, unter zu hohen Arbeitsbelastungen zu leiden. Das erhöht natürlich den beruflichen Frust sowie die Gefahr, im Job auszubrennen.

Wegen eines Burnouts waren bisher sechs Prozent der Arbeitnehmer/-innen im Krankenstand. Bei Pflichtschulabsolventen/-innen ist dieser Anteil doppelt so hoch. Zwischen den Geschlechtern ist das Verhältnis ausgeglichen: Bei den Männern waren bisher sieben Prozent, bei den Frauen sechs Prozent wegen eines Burnouts im Krankenstand.

Bei sechs von zehn Beschäftigten ist Burnout (noch) kein Thema im Betrieb. Das heißt aber umgekehrt: Bei den übrigen vier von zehn ist es längst zum Thema geworden – und zwar viel mehr zwischen den Kollegen/-innen als bei den Führungskräften: Während in 38 Prozent der Betriebe die Beschäftigten über das Thema Burnout sprechen, so ist die Krankheit in nur 19 Prozent der Firmen ein Thema für die Unternehmensleitung. Wenn aber tatsächlich jemand erkrankt, reagiert das berufliche Umfeld verständnisvoll: Drei Viertel glauben, dass ihre Kollegen/-innen Verständnis haben, wenn jemand an Burnout erkrankt. Bei Personen, die selbst schon betroffen waren, erwarten sich sechs von zehn das Verständnis der Kollegen/-innen. Dafür glauben diese Beschäftigten zu drei Viertel, dass die Führungskräfte verständnisvoll mit der Erkrankung umgehen. Unter allen Befragten sind es 69 Prozent.

Noch vor einem Jahr lag der Arbeitsklima Index auf einem historischen Tiefstand von 105 Punkten. Die Beschäftigten waren damals pessimistisch in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt, gleichzeitig stieg die Unzufriedenheit mit betrieblichen Rahmenbedingungen und zentralen Aspekten der Arbeit.
Ein Jahr später hat sich der Index wieder erholt und liegt bei 108 Punkten. Betrachtet man die Daten im Detail, fällt auf, dass fast alle Aspekte der Arbeitszufriedenheit gestiegen sind, vor allem die Einschätzung der wirtschaftlichen Zukunft des Landes und des Betriebes, der Optimismus hinsichtlich der Karriere- und Aufstiegschancen sowie die Zufriedenheit mit den Vorgesetzten. Deutlich gestiegen ist zudem die Zufriedenheit mit den betrieblichen Sozialleistungen und mit dem Einkommen.
 

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