Überstunden machen krank!

Das ist das Fazit einer aktuellen Sonderauswertung des Österreichischen Arbeitsklimaindex und des Österreichischen Arbeitsgesundheitsmonitors, die von IFES im Auftrag der AK-Oberösterreich kontinuierlich in repräsentativen Stichproben österreichischer Beschäftigter erhoben werden.

Die Ergebnisse wurden am 13.8.09 von BM Rudolf Hundstorfer im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit IFES-Experten Georg Michenthaler der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Hauptergebnisse: Wer regelmäßig Überstunden macht, ist gegenüber den "Normalzeit-Beschäftigten" nicht nur mit zahlreichen Aspekten der Arbeit unzufriedenerer und fühlt sich in vieler Hinsicht stärker belastet, sondern die zeitlichen Beanspruchungen wirken sich aufgrund reduzierter Regenerationsmöglichkeiten auch auf die Privatsphäre aus. So konstatieren etwa 13 Prozent der Vollzeitbeschäftigten ohne Überstunden, nach der Arbeit nur schwer abschalten zu können, bei jenen mit Überstunden ist der entsprechende Anteil mit 24 Prozent fast doppelt so hoch. Auf den ersten Blick paradox scheint auch das Detailergebnis, dass Überstundenleistende mit ihrem Einkommen unzufriedener sind als solche ohne Überstunden, was aber angesichts eines Anteils von rund einem Viertel nicht bezahlter Überstunden nicht überrascht. Am deutlichsten zeigen sich die negativen Auswirkungen der hohen Arbeitszeitbelastungen im gesundheitlichen Bereich: Sämtliche abgefragte psychosomatischen Befindensbeeinträchtigungen, an erster Stelle Rückenprobleme und Muskelverspannungen, aber auch Symptome wie Niedergeschlagenheit und Kopfschmerzen treten bei Vollzeitbeschäftigten mit Überstunden signifikant häufiger auf als bei solchen ohne Überstunden. Wenn somit dauernde Überstunden das Befinden auf allen Ebenen beeinträchtigen oder sogar krank machen und sich letztlich auch finanziell nicht lohnen, ist es nicht überraschend, dass drei Viertel sämtlicher Überstundenleistenden Arbeitszeit reduzieren wollen.

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Georg Michenthaler steht Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung:

Tel: ​+43 1/546 70 354 oder ​georg.michenthaler@ifes.at

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