Wiener Frauenbarometer 2006

"Teilzeitarbeit ist weiblich und stellt Frauen vor viele Probleme", betonte Wiens Frauenstadträtin Sonja Wehsely, die heute gemeinsam mit Imma Palme (IFES) die Ergebnisse des jüngsten Frauenbarometers präsentierte.

Die Berufstätigkeit von Frauen wird von den befragten Wienerinnen grundsätzlich positiv betrachtet. Berufliches Engagement wird als Möglichkeit zur Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit gesehen. Allerdings arbeitet knapp die Hälfte der berufstätigen Wienerinnen Teilzeit. "Teilzeitarbeit", so Wehsely, "ist hauptverantwortlich für die weit auseinander klaffende Einkommensschere zwischen Frauen und Männern in Österreich."

Auch die klassische Rollenaufteilung wird durch die geschlechtsspezifische Teilung des Arbeitsmarktes fortgeschrieben: "Hausarbeit und Kindererziehung bleiben Sache der Frau, was von vielen Betroffenen aber als unbefriedigend erlebt wird" (Palme). Die Wienerinnen wünschen sich die Gleichberechtigung von Mann und Frau: Beide sollen zum Haushaltseinkommen beitragen und sich gemeinsam um die Kindererziehung und den Haushalt kümmern. Die hohe Befürwortung der Gleichberechtigung von Mann und Frau in allen Lebenslagen spiegelt sich in allen ausgewerteten demografischen Gruppen wider.

Die Lebensqualität in Wien wird äußerst positiv bewertet. Die freie Wahl des Lebensstils und die zahlreichen frauenspezifischen Beratungsstellen tragen wesentlich zum positiven Lebensgefühl bei.