Zwei von drei Arbeitnehmer:innen in Österreich haben im vergangenen Jahr gearbeitet, obwohl sie akut erkrankt waren. Vor zehn Jahren waren es nur rund halb so viele. Betroffene klagen über Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme in weiterer Folge. Das zeigen Auswertungen aus dem Arbeitsklima Index der AK Oberösterreich, die im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wurden.

Am häufigsten wird im Gesundheits- und Sozialwesen trotz akuter Erkrankung gearbeitet. In diesem Sektor betrifft das Phänomen des Präsentismus mehr als drei Viertel der Beschäftigten (77 Prozent). Unabhängig von der Branche ist es meist das Pflichtgefühl gegenüber den Kolleg:innen, das als Motiv angegeben wird (56 Prozent). Für vier von zehn Betroffene ist es (auch) der Umstand, dass Arbeit sonst liegen bliebe (40 Prozent). Rund ein Drittel hatte sonst keine Vertretung (32 Prozent).

Arbeiten trotz Krankheit ist nicht nur kurzfristig belastend, sondern kann langfristige gesundheitliche Konsequenzen haben. Betroffene erleben häufiger Müdigkeit und Erschöpfung (45 Prozent), einige haben auch mit Konzentrationsproblemen zu kämpfen (30 Prozent). Ein erheblicher Anteil der Befragten beschreibt außerdem, länger krank gewesen zu sein, als dies ohne Präsentismus vermutlich der Fall gewesen wäre (22 Prozent).

15.4.2026

Ansprechpartner

Dr. Reinhard Raml
Geschäftsführer
Tel: +43/1/54670 – 321
reinhard.raml@ifes.at

Martin Oppenauer, BA
Wissenschaftlicher Projektleiter
Tel: +43/1/54670 – 322
martin.oppenauer@ifes.at

Interessant könnte sein

Gesundheitssystem: Zufriedenheit in Oberösterreich erreicht Tiefstand

Gesundheitssystem: Zufriedenheit in Oberösterreich erreicht Tiefstand

Nur noch 36 Prozent der Beschäftigten in Oberösterreich stellen dem Gesundheitswesen eine gute Note aus. Das geht aus einer Studie hervor, für die das IFES im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich im Vorjahr 2.000 Arbeitnehmer:innen befragt hat. Die Ergebnisse wurden nun von AK-Präsidenten Andreas Stangl und IFES-Geschäftsführer Reinhard Raml präsentiert.

Weiterbildung erhöht Berufszufriedenheit

Weiterbildung erhöht Berufszufriedenheit

Auswertungen aus dem Arbeitsklima Index der AK Oberösterreich zeichnen ein differenziertes Bild der Bildungs- und Weiterbildungssituation in Österreich. Der Zugang variiert nach (Vor-)Bildung, Alter, nach Arbeitszeit sowie nach Branchen. Die Auswertungen zeigen auch: Weiterbildungsmöglichkeiten erhöhen die Zufriedenheit mit dem Beruf.